Knorpelbehandlung

Zur operativen Behandlung des defekten Gelenkknorpels stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Dabei kommt es zunächst darauf an, ob es sich um einen frischen, unfallbedingten Knorpelschaden handelt oder ob eine Gelenkerkrankung ursächlich ist (z.B. Osteochondrosis dissecans, Arthrose etc.).

Während es bei den Verschleiß bedingten Erkrankungen in der Regel um das Hinauszögern der Notwendigkeit eines Kunstgelenkes geht besteht bei frischen Verletzungen die Möglichkeit einer weitgehend folgenlosen Ausheilung eines Defektes.

1. Mikrofrakrurierung

Unter Mikrofrakturierung versteht man eine arthroskopische Operationstechnik zur Stimulation von Knorpelersatzgewebe. Entwickelt hat diese Methode Dr. Steadman aus den USA.
Die Technik beruht auf einer Ausdifferenzierung von Knochenmarkstammzellen zu Knorpelzellen und der nachfolgenden Bildung von Faserknorpel. Dieser ist gegenüber originalem Gelenkknorpel zwar minderwertig aber eben immer noch besser als kein Knorpel und somit der komplett freiliegende Knochen (sog. Knorpelglatze).
Die Technik ist bei 3.-4. gradigen Knorpelschäden von begrenzter Größe indiziert.

In einer arthroskopisch durchgeführten Operation wird zunächst evtl. noch vorhandener aber maximal geschädigte Gelenkknorpel bis an die Knochengrenzschicht abgetragen.
Danach wird die verhärtete Knochenfläche angefräst und anschließend der Knochen durch ca. 3mm tiefe Löcher mit einer gewinkelten Ahle perforiert. Die Löcher werden in regelmäßigen Abständen alle 2-3mm eingebracht. Diese Stimulation des Knochenmarks regt zur Bildung von Faserknorpel an. Aus den künstlich erzeugten Defekten tritt aus dem Knochen ein sogenanntes Blutkoagel aus, das auch Stammzellen enthält, die sich dann zu Faserknorpel über die so behandelte Gelenkfläche hinweg entwickeln. Eine anschließende Entlastung des Kniegelenks für mindestens 6 bis 8 Wochen durch Unterarmgehstützen ist notwendig, um den neu entstehenden Knorpel zu schützen.


A: Ahle      K: Knochen

2. Bipolare Radiofrequenzrekonturierung oder auch Coblation der Fa. Arthrocare

Zur stabilisierenden Behandlung einer bereits in der Oberfläche veränderten Knorpelschicht steht uns die Technik der Coblation zur Verfügung. Diese verwenden wir wenn der Knorpel noch nicht zu stark geschädigt ist (2.-3.gradig), dass die oben beschriebene Mikrofrakturierung erforderlich wäre.

Mit speziellen Sonden wird bei diesem knorpelerhaltenden Verfahren die geschädigte Oberfläche schonend geglättet und der Knorpel in seiner Konsistenz stabilisiert. Damit wird ein weiteres Fortschreiten einer Arthrose zumindest deutlich hinausgezögert.
Produktbeschreibung unter www.arthrocare.de


3. Refixation

Bei der meist unfallbedingten Ablösung entsprechend großer Knorpelfragmente oder auch Knorpel-Knochenfragmente können diese mit kleinen Pins am Originalplatz refixiert werden und dort wieder einheilen.


4. Mosaikplastik

Bei dem Verfahren der Mosaikplastik wird aus einem unbelasteten Kniegelenksanteil ein oder mehrere Knorpel-/Knochenzylinder entnommen und in den Defekt in einer Verklemmungstechnik (press-fit) eingeschlagen.


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